Das Gemeindewappen

Die Tiroler Landesregierung hat in ihrer Sitzung vom 26.04.1972 der Gemeinde Elbigenalp gemäß der Tiroler Gemeindeordnung 1966 folgendes in dieser Urkunde dargestellte Wappen verliehen:
Auf schwarzen Dreiberg eine grüne Ulme im silbernen Schild.

 

Bedeutende Persönlichkeiten

(kurz zusammengefasst)

Anton Falger, Lithograph Grapheur und Chronist in Elbigenalp, zählt zu den ortsgeschichtlichen bedeutendsten Persönlichkeiten. Weltgewand, vielseitig tätig, kehrte er bereits mit vierzig Jahren vermögend für immer in die Heimat zurück, um sich fast ausschließlich der örtlichen Geschichte, dem Brauchtum und der Kunst zu widmen. Das im Gemeindehaus untergebrachte Falgermuseum zeigt einen Querschnitt aus seinem Lebenswerk. Er unterhielt dreißig Jahre eine private Zeichenschule. Die gleichfalls aus Elbigenalp stammende Kunstmalerin Anna Stainer-Knitel war seine Schülerin. Als "Geierwally" wurde sie zur bekannten Roman-, Bühnen- und Filmgestalt.

Zum Mitbegründer der "heroischen Landschaftsmalerei" wurde Joseph Anton Koch (1768-1839): Er war einer der berühmtesten Deutsch-Römer und ein Kind unseres Dorfes.

Auch Anton Lumpert, Bürgermeister von Wien, stammte aus Elbigenalp.

 

Anna Stainer Knittel
1841 - 1915

Malerin, "Geierwally".

 

Sie war eine Großnichte des berühmten Malers Joseph Anton Koch und wurde am 28. Juli 1841 in Elbigenalp geboren. Ihr zeichnerisches Talent zeigte sich oft in boshaften, aber treffenden Karikaturen ihrer Mitschüler.
Der Lithograph Anton Falger wurde auf ihr Talent aufmerksam und gab ihr in seiner Zeichenschule den ersten künstlerischen Unterricht. 1859 konnte sie in die Vorschule der Kunstakademie in München eintreten, wo sie dann bei Maler Muhr vor allem Porträtieren und Kopieren studierte. Nach drei erfolgreichen Lehrjahren kehrte sie in die Heimat zurück.
Bekannt wurde wurde Anna Steiner vorerst durch zwei Mutproben: sie seilte sich zweimal eine fast senkrechte Felswand hinab und nahm die jungen Adler aus ihrem Horst. Ludwig Steub berichtete davon, Matthias Schmid illustrierte den Bericht. 1880 schrieb Wilhelmine von Hillern über diese kühne Tat den Roman "Die Geierwally", der 1940 mit Heidemarie Hatheyer und Eduard Köck in den Hauptrollen verfilmt wurde. Das Pradler Bauerntheater stellte das Ereignis szenisch dar.
Nachdem 1863 ihr erstes Selbstbildnis in Lechtaler Tracht vom Tiroler Landesmuseum angekauft wurde, ließ sie sich ständig in Innsbruck nieder, wo sie eine Zeichenschule für Mädchen eröffnete. Hier war sie vor allem als Porträtistin und Blumenmalerin tätig. 1867 heiratete sie den Gipsformer Engelbert Stainer. Zwischen 1870 und 1883 malte sie nach ihren eigenen Aufzeichnungen 130 Porträts, darunter von Erzherzog Karl Ludwig, Feldmarschall Radetzky und Kaiser Josef I., und 105 Landschafts- und Blumenbilder. Infolge des Aufkommens der Fotografie schuf sie bis ins hohe Alter hauptsächlich nur noch Blumengemälde, die sehr beliebt waren.
In Innsbruck machten mehrere Ausstellungen ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 1873 war sie mit dem Ölbild "Alpenblumenkranz" auf der Wiener Weltausstellung vertreten, das um um 40 Pfund Sterling nach England verkauft wurde. Fast siebzigjährig schrieb sie 1910 ihrer Lebenserinnerungen nieder. Am 28. Februar 1915 starb sie im Hause ihres Sohnes Dr. Karl Steiner in Wattens nach einer nicht ganz ausgeheilten Lungenentzündung

 

Anton Falger
1791 - 1876

Lithograph, Radierer, Heimatforscher und Wohltäter.


Geboren in Elbigenalp, eine Mutter war die Schwester des späteren Wiener Bürgermeisters Josef Anton Lumpert. Er kam zum Maler Karl Selb in Unterstockach, einem Zeillerschüler, in die Lehre. 1808 wurde er in die Kunstakademie in München aufgenommen. Die Ausbildung in München mußte er zweimal wegen des Militärdienstes unterbrechen. Als gesuchter Lithograph arbeitete er in der Katasterkommision in München, später zweieinhalb Jahre lang in Weimar, wo er auch mit Goethe in Verbindung kam. Er kehrte dann wieder nach München zurück, wo er bis 1831 arbeitete. Die Sommerurlaube verbrachte er regelmäßig in seinem Geburtsort. Im Alter von 43 Jahren konnte er sich bereits zur Ruhe setzen, nachdem er sich durch seinen unermüdlichen Fleiß und sein Talent ein großes Vermögen erworben hatte. Trotzdem legte er seine Hände nicht untätig in den Schoß, sondern betätigte sich nun auf den verschiedensten Gebieten zum Wohle seiner Landsleute. Er sammelte Kunst- und volkskundliche Gegenstände, Münzen, Mineralien und Versteinerungen, setzte sich für die Erhaltung der Martinskapelle ein, ließ Gedenksteine anbringen, die an Persönlichkeiten und geschichtlichen Ereignisse erinnern sollen. Eine Großtat war die Gründung einer Zeichenschule in seinem Haus, in der er über hundert Schüler unterrichtete. Die Totentänze in Elbigenalp, Elmen und Schattwald stammen aus seiner Hand und sind von volkskundlicher Bedeutung. Er schrieb die Chronik des Lechtales und füllte mehrer Bände mit Abschriften alter Urkunden. Alte Dorfrechte, Stiftungen, Gebäude und Trachten hielt er in Wort und Bild fest. Der heitere Muse war er ebenso zugetan und organisierte musikalische und Faschingsumzüge. Von seiner sozialen Gesinnung berichten die Stiftung des Fonds für den Unterhalt des Wundarztes und eines Tierarztes, fast sein ganzes Vermögen erhielten die Armen, Schulen und Kirchen, sein Haus vermachte er der Königinmutter Maria von Bayern, die es später der Gemeinde schenkte. Falger starb kinderlos. Seine Sammlung spendete er dem Landesmuseum in Innsbruck. Im Gemeindeamt in Elbigenalp erinnert das "Falger-Museum" an den "Vater des Lechtales".

 

Joseph Anton Koch
1768-1839

Bedeutender Landschafts- und Historienmaler, geboren in Elbigenalp, gestorben in Rom.
Er ist zweifelsohne Außerferns größter Maler, der in der Fachwelt international-
es Ansehen genießt und dessen Werke in vielen großen europäischen Museen und Galerien hängen.
Erste Unterweisungen erhielt Koch von einem Eremiten in Elbigenalp. Nach dem Besuch des Seminars in Dillingen trat er seine Lehrstelle beim Hofbildhauer Martin Ignaz Ingerl in Augsburg an. 1785 erhielt er über Ver-
mittlung des Augsburger Weihbischofs eine Freistelle an der Hohen Karls-
schule in Stuttgart, wo er das Kunstfach Malerei und "nebenbei die notwendigen Wissenschaften" studierte. Bei Friedrich Harper und dem Stuttgarter Hofmaler Philipp Hentsch setzte er sich mit dem Klassizismus auseinander, den er trotz zweifacher Preise (1788 - 1789) als überholt karikierte. Beeindruckt von den Gedanken der Französischen Revolution, floh Koch 1791 aus Stuttgart, zog nach Straßburg, dann 1792 nach Basel, später nach Bern und Biel. 1794 reiste er durchs Berner Oberland und erhielt hier die für seine spätere Landschaftsmalerei entscheidenden Eindrücke. Mit der Unterstützung eines Kunstfreundes aus England zog er nach Italien, vorerst nach Neapel, dann im Frühjahr 1795 nach Rom, wo er vor allem von der linearen Bildsprache von Asmus Jakob Carsten beeindruckt war.
Hier entstand nun seine idealen und "historischen" Landschaften mit mythologischen Staffageszenen, seine Illustrationen zu den Gesängen Ossians und Dantes Göttlicher Komödie. 1803 wandte sich Koch der Ölmalerei zu, fand zur heroischen Natursicht (Landschaft mit dem Regenbogen) und in Erinnerung an die Schweizer Reise zur monumental- heroischen Bergwelt des "Schmadribachfalles" und des "Berner Oberlandes". Nach dem Wiener Aufenthalt von 1812 - 1815 kehrte Koch nach Rom zurück und wurde hier der väterliche Freund der Nazarener. 1825 - 1827 beteiligte er sich an der Ausgestaltung des Casino Massima in Rom.
Er schrieb auch mehrer Bücher, in denen er sehr offen seine Gedanken über die Kunst darlegte. Koch galt als Original in den römischen Künstlerkreisen.

In Elbigenalp halten eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus und im Friedhof, in Innsbruck die Kochstraße im Saggen und eine Büste an der Außenseite des Landesmuseums die Erinnerung an ihn wach. Das Landesmuseum besitzt wichtige Gemälde, Zeichnungen, Skizzenblätter und Lithographien von ihm.


Joseph Anton Koch, Berner Oberland, 1817, Tiroler Landesmuseum

 

Univ. Prof. Dr. Ignaz Dengel


1872 - 1947

Univ. Prof. Dr. Dengel zählt zu den geistigen Größen des Außerferns, zu den besonderen Förderern der Heimatgeschichte und zu den Großmäzenen der Marktgemeinde Reutte. Er stammt aus dem Lechtal, wo er am 22. Juni 1872 in Elbigenalp das Licht der Welt erblickte. Seine Eltern gaben die Landwirtschaft im Lechtal auf und übersiedelten nach Innsbruck, um den heranwachsenden Kindern eine umfassende Schulbildung zu ermöglichen. Sein Studium schloß Dengel mit der Promotion zum Doktor der Philosophie 1899 in Innsbruck ab. Noch im gleichen Jahr erhielt der begabte junge Historiker ein Staats-
stipendium als ordentliches Mitglied des Österreichischen Historischen Institutes in Rom, und die Akademie der Wissenschaften in Wien betraute ihn zugleich mit der Herausgabe der Nuntiaturberichte unter Papst Pius V. Das waren Aufgaben, die die wissenschaftliche Laufbahn Dengels entscheidend bestimmten.
1905 erhielt er an der Universität die Lehrbefugnis für Allgemeine Geschichte er Neuzeit. 1917 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Universitäts-
professor. Neben seiner Lehrtätigkeit pflegte er seine römischen Verbindung durch eine umfangreichen Briefwechsel und oftmalige Forschungsreisen zu den Archiven und Bibliotheken der Ewigen Stadt.
Nach dem Tode Pastors übernahm Dengel 1929 die Leitung des Österreichischen Institutes in Rom, das unter ihm eine Glanzleistung erlebte. Nach dem gewaltsamen Verlust der Selbständigkeit Österreich wurde das Institut 1938 aufgehoben und Dengel mit gekürzten Bezügen in den Ruhestand versetzt. Auch seine Lehrtätigkeit in Innsbruck fand damit ein Ende.
1945 konnte Dengel seine Innsbrucker Lehrkanzel wieder übernehmen. Ein Unfall im Herbst das gleichen Jahres fügte ihm ein schweres Leiden zu, von den ihn am 9. September 1947 der Tod erlöste.
Hohe Auszeichnungen, Ehrenmitgliedschaften und Mitgliedschaften von in- und ausländischen Forschungseinrichtungen unterstreichen die große Bedeutung des stets mit seiner Außerferner Heimat verbunden gebliebenen Historikers. Zu erwähnen ist noch seine Freundschaft mit Monsignore Achille Ratti, die auch bestehen blieb, als Ratti als Pius XI. den Stuhl Petri bestieg.